Zu warm zum Arbeiten?

In Belgien bahnen sich zur Freude vieler Menschen hochsommerliche Temperaturen an. Doch 30 Grad und mehr laden wohl eher zum Schwimmen oder Eis essen ein, während die Arbeit unter fast tropischen Temperaturen schnell unerträglich oder gesundheitsgefährdend werden kann. Was gilt es zu beachten? Welche Sofortmaßnahmen muss der Arbeitgeber treffen?

Risikoanalyse. Mit einer Risikoanalyse muss der Arbeitgeber schon im Vorfeld klären, an welchen Stellen des Unternehmens die Gefahr einer Überschreitung der maximalen Wärmeaktionswerte besteht.

Aktionsprogramm. Der Arbeitgeber muss ein Aktionsprogramm von technischen und organisatorischen Maßnahmen erstellen, das sofort angewandt wird, wenn diese Aktionswerte überschritten werden. 

AGS. Der Ausschuss für Gefahrenverhütung und Schutz am Arbeitsplatz muss diesem Maßnahmenkatalog zustimmen und dieser wird dem globalen Präventionsplan hinzugefügt.

Maßnahmen. Bei der Ausarbeitung dieses Programms muss der Arbeitgeber an verschiedene Arten von Maßnahmen denken:

  • technische Maßnahmen, die auf die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit oder den Luftzug einwirken (künstliche Belüftung,…);
  • die Reduzierung der physischen Arbeitslast;
  • alternative Arbeitsmethoden, die die Dauer und die Intensität der Wärmeaussetzung begrenzen;
  • die Anpassung der Arbeitszeiten oder der Arbeitsorganisation. Eventuelle Ruhepausen werden festgelegt auf Anraten des Gefahrenberaters-Arbeitsarztes und nach vorherigem Einverständnis der Arbeitnehmervertreter im AGS oder der Gewerkschaftsdelegation. Findet man nicht zu einer Einigung, gilt die Tabelle der Ruhe- und Arbeitsperioden im Anhang des Königlichen Erlasses;
  • die Zurverfügungstellung von Schutzkleidung und Schutzmitteln;
  • die Zurverfügungstellung von erfrischenden Getränken (frisches Wasser,…) ohne Kosten für den Arbeitnehmer.

Wann ist es zu warm zum Arbeiten?

Wenn eine bestimmte Temperatur erreicht wird, ist der Arbeitgeber verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen. Diese Maßnahmen unterscheiden sich je nach Art der durchgeführten Arbeit. Aber ein einfaches Thermometer reicht nicht aus, um diese Temperatur zu messen. Sie benötigen ein spezielles Gerät, das einen WBGT-Index (Wet Bulb Globe Temperature) misst.

Der WBGT-Index ist keine gewöhnliche Temperatur, sondern ein Wert, der alle Faktoren berücksichtigt: die Lufttemperatur, die Feuchtigkeit, die Strahlungswärme, usw. Dieser Wert ist fast immer niedriger als die Temperatur, die man mit einem gewöhnlichen Thermometer misst. Daher muss dieses spezielle Messgerät benutzt werden. Die Mess- und Berechnungsmethode wird im Unternehmen nach einem Gutachten des Arbeitsarztes und dem Einverständnis des AGS festgelegt. 

Achtung: Die Aktionswerte schützen die Gesundheit des Arbeitnehmers, garantieren aber in keinem Falle ein komfortables Arbeitsumfeld.

Der Aktionswert entspricht dem WBGT-Wert in Funktion der physischen Arbeitsbelastung:

Physische ArbeitsbelastungMaximaler WBGT-Index
leicht oder sehr leicht29
mittel26
schwer22
sehr schwer18

Welche Auswirkungen hat das Coronavirus auf diese Maßnahmen?

Achtung: Trotz der gesetzlichen Bestimmungen sind einige Anpassungen erforderlich, um die Risiken einer Verbreitung des Virus zu begrenzen. Einige Studien sind zu dem Schluss gekommen, dass kleinere Tröpfchen, die sich während des Gesprächs gebildet haben, in der Luft „schweben" und dass das Virus dort einige Zeit überleben könnte. Daher kann nicht völlig ausgeschlossen werden, dass sich das Virus durch Zugluft verbreitet, die von Klimaanlagen oder Ventilatoren erzeugt wird, die die Raumluft zirkulieren lassen.

Um diese Ausbreitung zu begrenzen, sollte für eine ausreichende natürliche oder mechanische Belüftung mit 100 % frischer Außenluft gesorgt werden (Be- und Entlüftungsanlagen). Es besteht ein klarer positiver Zusammenhang zwischen einem höheren Grad der Lufterneuerung und einer geringeren Verbreitung von Viren. Deshalb sollte eine Rezirkulation der Raumluft (Umluftanlagen) vermieden werden, da nicht ausgeschlossen werden kann, ob das Virus übertragen werden könnte!


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