Schließung von Schulklassen: Sonderurlaub für Eltern gefordert

Nach zwei Fällen von Covid-19 bei Animatoren in Ixelles wurden 210 Kindergartenkinder unter Quarantäne gestellt. In Eghezée ist dies bei 40 anderen Schülern der Fall. Es besteht die Gefahr, dass sich diese Fälle in Zukunft häufen. Viele Eltern werden also ihr Kind zu Hause behalten müssen und es gibt kein System, das es ihnen erlauben würde, aus diesem Grund ihrer Arbeit fernzubleiben. Der Bund der Familien, die FGTB, die CSC-Frauen und die CGSLB fordern dringend einen Sonderurlaub ohne Lohneinbußen.

 

Eltern ohne Lösung

Das wird auch wieder passieren: Im Falle von Covid-19 bei Lehrern oder Schülern müssen Klassen geschlossen werden. Gleiche Situation in Kindertagesstätten und außerschulischen Aktivitäten. Dutzende, Hunderte oder Tausende von Kindern müssen eventuell Quarantäne einhalten. Doch viele Eltern haben zum jetzigen Zeitpunkt ihre bezahlten Urlaubstage aufgebraucht und somit keine Möglichkeit mehr, um sich um ihre Kinder kümmern zu können.

Der Rückgriff auf die Großeltern, die zur Risikogruppe gehören, wird nicht empfohlen. Die Betreuungsmöglichkeiten für kranke Kinder sind nicht verfügbar, da das Kind nicht krank ist (und möglicherweise von Covid-19 gefährdet ist). Der Corona-Elternurlaub, der Ende dieses Monats ausläuft, stellt auch keine Lösung dar: Die Entschädigung ist extrem niedrig, es bedarf der Zustimmung des Arbeitgebers, und der Urlaub kann nicht auf Vollzeitbasis genommen werden. Schließlich haben nicht alle Eltern Zugang zu Telearbeit, und diejenigen, die dies können, haben große Schwierigkeiten, den ganzen Tag zu arbeiten und sich gleichzeitig um kleine Kinder zu kümmern.

Die Notwendigkeit eines Sonderurlaubs

Die Eltern sind also hilflos: Sie können die Kinder natürlich nicht sich selbst überlassen, haben aber keine Lösung, um von der Arbeit abwesend zu sein. Deshalb fordern der Bund der Familien, die FGTB, die CSC-Frauen und die CGSLB dringend einen speziellen Elternurlaub. Technisch gesehen ist es möglich, sich auf verschiedene bestehende Mechanismen zu stützen (Prophylaxe, Elternurlaub, Kurzarbeit usw.), aber in jedem Fall ist es unerlässlich, die Entschädigung zu erhöhen: Es ist nicht zulässig, dass Eltern bei der Schließung von Klassen finanziell einbüßen, wenn sie nicht am Arbeitsplatz erscheinen, weil sie keine andere Möglichkeit haben, um ihre Kinder betreuen zu lassen.

… und eines Kündigungsschutzes

Diese Organisationen sind auch der Ansicht, dass die Eltern nach dem Vorbild des Mutterschaftsurlaubs in den Genuss eines besonderen Kündigungsschutzes kommen müssen. Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise besteht die Gefahr, dass Eltern, die ihre unter Quarantäne gestellten Kinder betreuen, zu den ersten Arbeitnehmern gehören könnten, die entlassen werden. Sie müssen daher geschützt werden.

Frankreich geht bereits in diese Richtung

In Frankreich hat der Bildungsminister bereits mitgeteilt, dass er an einem Urlaub arbeitet für Eltern, deren Kinder coronabedingt von der Schule ausgeschlossen werden. Auch bei uns haben bereits Schulklassen geschlossen, und andere werden in den nächsten Tagen und Wochen mit Sicherheit folgen. Die Föderalregierung muss sich dringend mit diesem Problem auseinandersetzen.


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