162 % mehr Burnout-Fälle zwischen 2017 und 2020

Im Rahmen des Internationalen Tages für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz hat die CSC das RIZIV um Zahlen bezüglich Langzeiterkrankte (länger als 1 Jahr krank) gebeten. Dabei haben wir uns auf das mentale Wohlbefinden konzentriert. Diese Zahlen zeigen, dass unter den Langzeiterkrankten 36,8 % aufgrund mentaler Probleme (z.B. Depression, Sucht, Stress, Burnout, ...) arbeitsunfähig sind. Das sind 158.700 Arbeitnehmer, die sich im Juni 2020 in Langzeiterkrankung befanden.

Seit 2017 erfasst das RIZIV detailliert die Probleme von Langzeiterkrankten. Im Juni 2020 war die langfristige Abwesenheit von 10.597 kranken Arbeitnehmern bereits mit Sicherheit auf psychosoziale Probleme (Stress, Burnout, ...) zurückzuführen. Dies ist ein Plus von 155 % im Vergleich zu Ende 2017 (4.163). Schauen wir uns den Burnout, eine berufsbedingte Erkrankung, genauer an, dann ist die Steigerung sogar noch größer: Von 3.713 Fällen Ende 2017 sind wir auf 9.708 Fälle im Juni 2020 gekommen, ein Plus von 162%.

Obwohl unser Land bereits über eine gute Gesetzgebung in diesem Bereich verfügt, werden diese Risiken und Probleme am Arbeitsplatz noch zu oft verschwiegen und die Gesetzgebung nicht konsequent genug angewendet. Es gibt also Raum für Verbesserungen:

  • Die CSC fordert, dass psychosoziale Risiken und Probleme in allen Unternehmen alle drei Jahre bemessen werden und bei Problemen ein konkreter Aktionsplan erstellt wird. Es ist natürlich wichtig, das Personal und seine Vertreter einzubeziehen. Nur so lassen sich diese Risiken und Probleme wirklich in den Griff bekommen. Zurzeit ist diese Politik in unseren Unternehmen noch nicht ausreichend konsequent.   
  • Bei Arbeitsunfall müssen Unternehmen mit einer überdurchschnittlich hohen Anzahl von Vorfällen eine höhere Versicherungsprämie zahlen. Auch finanzielle Sanktionen und Bußgelder müssen vorgesehen werden, um psychosoziale Risiken und Probleme zu bekämpfen. Ein Teil dieser finanziellen Mittel kann dann zur Problemlösung und Risikovermeidung eingesetzt werden.  

Lesen Sie unser Dossier über die psychosozialen Risiken an der Arbeit. 

 

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