162 % mehr Burnouts zwischen 2017 und 2020

Am Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz organisierte die CSC eine symbolische "Seiltänzer"-Aktion und legte konkrete Vorschläge zur sofortigen und wirksamen Bekämpfung der psychosozialen Risiken vor.

Seiltänzer im Bemühen, ihr Gleichgewicht zu halten: Sie repräsentieren einen Kader, eine Angestellte, einen Arbeiter, einen Krankenpfleger... gefährdet durch Stress, Belästigung, Arbeitsüberlastung, Burnout... Arbeit ist eine immer gefährlichere Aufgabe, bei der ein Gleichgewicht gefunden werden muss. Es gibt viele Risiken und wenn das Gleichgewicht gestört ist, oder wenn das Ungleichgewicht zu groß ist, wird die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer krank, und das oft für lange Zeit. 

Steigende Zahlen

In unserem Land ist die Zahl der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die seit mehr als einem Jahr aufgrund von Stress oder Burnout krank sind, in weniger als drei Jahren um 155 % gestiegen, was einer Gesamtzahl von mindestens 10.597 Beschäftigten entspricht. Beim Burnout ist der Anstieg noch größer: von 3.713 Fällen Ende 2017 auf 9.708 Fälle im Juni 2020, was einem Anstieg von 162  % entspricht.

Jede dritte Arbeitnehmerin/Arbeitnehmerin leidet unter unerwünschten Verhaltensweisen am Arbeitsplatz, wie z.B. Mobbing oder sexuelle Belästigung sowie körperlicher oder verbaler Gewalt. Und diese Zahlen steigen jedes Jahr.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die Ursache dieses Verhaltens in Unternehmen oder Organisationen aktiv gesucht werden muss und dass die Lösung in der kollektiven Prävention liegt! Arbeitsdruck, Gewalt, Mobbing oder sexuelle Belästigung werden immer häufiger und können zu Stress, beruflicher Erschöpfung oder anderen gesundheitlichen Problemen führen.

Die Risiken einschätzen

Obwohl unser Land bereits über eine gute Gesetzgebung in diesem Bereich verfügt, werden diese Risiken und Probleme am Arbeitsplatz noch zu oft verschwiegen und die Gesetzgebung nicht konsequent genug angewendet. Es gibt also Raum für Verbesserungen. 

Die CSC fordert, dass psychosoziale Risiken und Probleme in allen Unternehmen alle drei Jahre bemessen werden und bei Problemen ein konkreter Aktionsplan erstellt wird. Es ist natürlich wichtig, das Personal und seine Vertreter einzubeziehen. Nur so lassen sich diese Risiken und Probleme wirklich in den Griff bekommen. Zurzeit ist diese Politik in unseren Unternehmen noch nicht ausreichend konsequent.  

Bei Arbeitsunfall müssen Unternehmen mit einer überdurchschnittlich hohen Anzahl von Vorfällen eine höhere Versicherungsprämie zahlen. Auch finanzielle Sanktionen und Bußgelder müssen vorgesehen werden, um psychosoziale Risiken und Probleme zu bekämpfen. Ein Teil dieser finanziellen Mittel kann dann zur Problemlösung und Risikovermeidung eingesetzt werden.   

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