Kundgebung: Der Kampf geht weiter für die Papierlosen

Nach fast 60 Tagen beendeten die 470 Menschen ohne Papiere, die die Béguinage-Kirche sowie die Räumlichkeiten der Universitäten ULB und VUB in Brüssel besetzten, ihren Hungerstreik am 21. Juli. Mangels Besserem akzeptierten sie den Vorschlag des Ausländeramtes, ihren neuen Antrag auf Regularisierung rasch zu bearbeiten und nur den Inhalt des Dossiers zu prüfen. Aber diese Vereinbarung ist nicht schriftlich und enthält keine objektiven Regularisierungskriterien, wie sie von der "Union der Papierlosen für die Regularisierung“ (USPR) gefordert werden.  Diese Bewegung entstand Ende Januar 2021 aus der Besetzung der Béguinage-Kirche durch Papierlose und verlangt eine Regularisierung auf der Grundlage klarer und dauerhafter Kriterien, die Einsetzung einer unabhängigen Kommission und den Zugang zum Arbeitsmarkt für Personen ohne Papiere. 

"Obwohl diese Vereinbarung mehr als enttäuschend ist, dürfen wir die starke Mobilisierung der gesamten Zivilgesellschaft bezüglich der Problematik der Papierlosen nicht vergessen. Als Gewerkschaft ist es mehr als wichtig, den Kampf für all jene Menschen fortzusetzen, die in unseren Bäckereien und Metzgereien, auf Baustellen oder in Küchen arbeiten, für all jene, die unsere Kinder betreuen oder unsere Kranken pflegen, für all jene, die ohne Zugang zu sozialem Schutz arbeiten. 470 von ihnen gingen in den Hungerstreik, aber ihre Zahl wird heute in Belgien auf 150.000 geschätzt", betont Amélie Rodrigez, Verantwortliche der CSC_Migranten. "Im Jahr 2021 wurden in Belgien die Menschenrechte von Menschen ohne Papiere in den Bereichen Beschäftigung, Bildung, Gesundheit usw. verletzt."
 
Um die Bewegung fortzusetzen, findet im Rahmen der Kampagne „We are Belgium too“ am Sonntag, dem 3. Oktober, am Brüsseler Nordbahnhof eine nationale Kundgebung statt. Die Demo startet um 14.00 Uhr

Die wichtigsten Forderungen sind die Regularisierung auf der Grundlage klarer und dauerhafter Kriterien und die Einsetzung einer unabhängigen Kommission.

Weitere Infos: www.wearebelgiumtoo.be

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