Den übermäßigen Einsatz von Tagesverträgen beenden

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Die Sozialpartner im Nationalen Arbeitsrat (NAR) haben wichtige Verhandlungen über die Begrenzung von Tagesverträgen für Leiharbeitnehmer aufgenommen. Ziel dieser Verhandlungen ist es, dem Missbrauch ein Ende zu setzen. In der Tat ist die Zahl der Tagesverträge in den letzten Jahren buchstäblich explodiert, obwohl sich die Sozialpartner das Ziel gesetzt haben, sie zu reduzieren. Diese Situation versetzt die Leiharbeitnehmer in einen Zustand extremer Unsicherheit. 

Obwohl Tagesverträge nicht verboten sind (jedoch strengen Bedingungen unterliegen), stellen wir fest, dass sie seit einigen Jahren in unverhältnismäßigem Umfang eingesetzt werden. Zwischen 2015 und 2020 machen Tagesverträge die Hälfte (!) aller Leiharbeitsverträge aus. In den Jahren 2016, 2017 und 2018 gab es jedes Jahr etwa drei Millionen aufeinanderfolgende Tagesverträge. In den Jahren 2019 und 2020 gab es trotz der Pandemie mindestens 2,5 Millionen aufeinanderfolgende Tagesverträge. Es besteht kein Zweifel daran, dass Tagesverträge nicht mehr nur ein Mittel zur Bewältigung unvorhersehbarer Spitzen sind, sondern Teil eines Wirtschaftsmodells.

Tagesverträge sind für die betroffenen Leiharbeitnehmer mit großer Unsicherheit verbunden, vor allem, wenn diese Verträge über einen längeren Zeitraum laufen. Diese Unsicherheit ist nicht nur finanzieller, sondern auch sozialer und psychologischer Natur. Darüber hinaus wälzt der Arbeitgeber häufig einen Teil der mit diesen Tagesverträgen verbundenen Kosten (z. B. bei Krankheit oder Kurzarbeit) auf die soziale Sicherheit ab.

Für die Gewerkschaften ist es jetzt von entscheidender Bedeutung, dass ein starker Mechanismus eingeführt wird, um die übermäßige Verwendung von Tagesverträgen zu unterbinden. Unsere Forderungen lauten wie folgt:

  • Der Nutzer muss (in jeder konkreten Situation) klar begründen, warum er Tagesverträge verwendet. Der Grund für den Einsatz von Tagesverträgen muss im Leiharbeitsvertrag angegeben werden.
  • Ein finanzieller Beitrag, der vom Nutzer an die soziale Sicherheit zu zahlen ist, nachdem eine bestimmte Anzahl von Tagesverträgen in Anspruch genommen worden ist. 
  • Eine Begrenzung der Anzahl von Verträgen für denselben Arbeitnehmer mit demselben Nutzer innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Das Karussell der aufeinanderfolgenden Verträge mit demselben Nutzer - mit einer Unterbrechung von Zeit zu Zeit, um die Regen in punkto Betriebszugehörigkeit zu umgehen - muss beendet werden. 
  • Spezifischere Kontrollen, sowohl vor als auch während der Verwendung eines Tagesvertrages. In dieser Hinsicht ist eine stärkere und strukturellere Zusammenarbeit mit den Inspektionsdiensten erforderlich.  
Wir hoffen, dass die Arbeitgeber (Federgon und FEB) während der Konzertierung eine konstruktive Haltung einnehmen werden und dass dies zu einem starken und klaren Rahmen führen wird, so dass die übermäßige Verwendung von Tagesverträgen ein für alle Mal - und in Übereinstimmung mit den getätigten Abkommen - auf ein akzeptables Maß reduziert werden kann.

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