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IMMER MEHR ARBEITGEBER GREIFEN AUSSCHLIESSLICH AUF FLEXI-JOBS ZURÜCK: EINE BESORGNISERREGENDE ENTWICKLUNG FÜR DIE QUALITÄT DER BESCHÄFTIGUNG UND DIE SOZIALE SICHERHEIT

Die Tageszeitungen L’Echo und De Tijd berichteten Anfang Juni, dass fast jedes achte Unternehmen im Jahr 2025 Flexi-Jobber eingestellt hat, ohne feste Arbeitnehmer zu beschäftigen. Neue Daten des Landesamts für soziale Sicherheit (LSS/ONSS) zeigen: Innerhalb eines Jahres ist die Zahl dieser Arbeitgeber doppelt so schnell gestiegen wie die Gesamtzahl der Unternehmen, die Flexi-Jobs nutzen.

Auch die Daten der CSC bestätigen diesen Trend. Im Horeca-Sektor zum Beispiel stammt der größte Teil des Beschäftigungswachstums von Flexi-Jobbern und Studierenden. Zudem stellen wir fest, dass immer mehr Rentner als Flexi-Jobber arbeiten. Inzwischen sind über 25 % der Flexi-Jobber pensioniert, und ihr Anteil wächst weiter – besonders seit das System auf alle Sektoren ausgeweitet wurde. 

Einige Unternehmen arbeiten inzwischen fast ausschließlich mit Flexi-Jobbern. Diese Entwicklung ist beunruhigend und zeigt, dass die Arbeitsbedingungen unsicherer werden. Außerdem führt die starke Ausbreitung der Flexi-Jobs zu wichtigen Einnahmeverlusten für die soziale Sicherheit: Flexi-Jobber zahlen auf dieses Zusatzeinkommen weder Steuern noch Sozialabgaben. Die Arbeitgeber zahlen zwar einen Sonderbeitrag von 28 %, sparen aber Geld, indem sie die Arbeitsstunden gering halten. 

Die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) warnt schon länger: Wenn Flexi-Jobs weiter zunehmen, könnten sie nach und nach reguläre, stabile Arbeitsplätze ersetzen. 

Die CSC weist außerdem darauf hin, dass das Risiko von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten ungleich verteilt ist. Menschen in unsicheren Jobs und mit kurzer Betriebszugehörigkeit sind stärker gefährdet. So haben Leiharbeitnehmer zum Beispiel doppelt so viele Arbeitsunfälle wie andere Beschäftigte. 

Das System der Flexi-Jobs muss dringend überdacht werden. 

Die kürzlich veröffentlichten Zahlen zeigen klar: Flexi-Jobs sind längst nicht mehr nur ein Nebenverdienst. In manchen Sektoren ersetzen sie immer häufiger reguläre Stellen. Die CSC lehnt diese Entwicklung entschieden ab – sowohl zum Schutz der Arbeitsqualität als auch zur Sicherung der Finanzierung der sozialen Sicherheit. 

Um die Einkommen der Bürger zu verbessern, braucht es andere Lösungen als die Ausweitung von Flexi-Jobs auf alle Sektoren. Es ist keine Lösung, zusätzliche Arbeit einfach billiger zu machen. Stattdessen sollten Arbeitnehmer ihre Vollzeitstelle bei ihrem eigenen Arbeitgeber behalten können. Sonst werden Arbeitskräfte in andere Sektoren abgezogen, wo sie dringend gebraucht werden, und gleichzeitig verlieren andere Menschen Chancen auf diese Jobs. 

Auch aus steuerlicher Sicht ist die Situation ungerecht: Festangestellte Arbeitnehmer tragen einen unverhältnismäßig großen Teil der Steuerlast. Dazu kommen Probleme wie hohe Arbeitsbelastung, Risiken für Gesundheit und Sicherheit sowie Schwierigkeiten, Beruf und Privatleben zu vereinbaren. Gleichzeitig werden Arbeitnehmer von öffentlichen Stellen ermutigt, mehrere Flexi-Jobs anzunehmen – oft bis zur Erschöpfung. Dadurch wird der Arbeitsmarkt geschwächt und dem Staat entgehen Einnahmen. Am Ende trägt die gesamte Gesellschaft die Kosten. 

Deshalb wäre es sinnvoller, die Steuern auf Arbeit zu senken und stattdessen eine faire Beteiligung von Personen mit höherem Einkommen zu verlangen.