Vier Schritte in die Welt danach

Es wird keinen Tag danach geben. Keinen sonnigen Montag, an dem wir aufwachen, befreit und erlöst vom Coronavirus wie von einer schlechten Grippe. Mühsam wird eine Welt danach entstehen, die viel schlimmer ist als die Welt von gestern (erinnern Sie sich, es war nicht gerade das Paradies)... oder viel besser. Das hängt von vier Etappen ab, in denen wir gemeinsam eine Rolle zu spielen haben.

Wie konnte es so weit kommen? 

Das Virus ist eine Sache, die Katastrophe eine andere.

Wenn dieses Virus in unserem Land (trotz seines Reichtums) zur sanitären und sozialen Katastrophe führt, ist es zum Teil denjenigen zu verdanken, die das Gesundheitssystem strangulierten, die Maskenbestände vernichteten, die Gesellschaft einer wahnsinnigen Globalisierung auslieferten,die Ungleichheiten, die in der Epidemie tödlich werden, multiplizierten und die biologische Vielfalt, unsere wahre Hülle kollektiver Immunität zerstörten. Klar, dass einige Führungspersönlichkeiten nachdrücklich auf „Niemand ist schuld, es ist ein Virus, das von einem Schuppentier stammt, wir können nichts dafür!“ beharren. Die Art von Lügen, die wir vielleicht wiederholen würden, wenn wir an ihrer Stelle wären und die schwere Verantwortung für dieses absurde Wirtschaftssystem tragen müssten, das sich Nuklearbomber beschaffen kann, aber keine Papiermasken. Wir werden die Fakten und Handlungen überprüfen, beurteilen und nicht vergessen.

Dringlichkeiten regeln

Wer sind diese Tausende von Arbeitnehmern, die verhindern, dass unser Land zusammenbricht? Wir applaudieren zu Recht dem Pflegepersonal (einschließlich den Altenpflegern, den Betreuern von jungen Menschen in Schwierigkeiten und von behinderten Menschen...). Aber zu diesen Stützen gehören auch alle Berufe des Handels und der Nahrungsmittelkette (vom Landwirt bis zum Kassierer), die meisten öffentlichen Dienste (von der Müllabfuhr bis zu den RIZIV-Bediensteten), der Reinigungssektor, usw. Sieh mal einer an! Gerade die schlecht bezahlten, überwiegend weiblichen, „lokalisierten" Stellen, die das neoliberale Modell verachtete, das uns eine privatisierte Welt der globalisierten Profite verkauft hat.


Tausendmal danke! 

Sie alle gewährleisten das Wesentliche: essen,sich kümmern, die Schwachen retten, in Sicherheit leben.Übrigens, vielen Dank an unsere Gewerkschaftskollegen, die in ein paar Wochen fast eine Million Arbeitnehmer unterstützt haben, die in Kurzarbeit versetzt wurden oder die in ihrem Betrieb mit schweren Nachlässigkeiten konfrontiert waren. Diese soziale Sicherheit, diese Gewerkschaften, die die Mächtigen gestern als nutzlos und schädlich beschrieben haben, sind jetzt angesichts der realen Bedrohungen einfach unverzichtbar. Um täglich Tausenden von Menschen in Schwierigkeiten zu helfen. Damit öffentliche Gelder nicht nur an die Unternehmen, sondern auch an Sie gehen. Dies ist auch Ihren Beiträgen und Ihrem Engagement zu verdanken. Danke.


Lockerung der Ausgangsbeschränkungen: Wer entscheidet was?

Schon jetzt, in den Diskussionen über die Lockerung der Ausgangsbeschränkungen, können wir überprüfen, ob der Weg in die „Welt danach“ den Menschen oder das Geld an die erste Stelle setzt. Wenn es keine Masken oder Tests für alle gibt, wer soll sie zuerst erhalten? Diejenigen, die sich um alte Menschen in Pflege- und Altenheimen kümmern? Oder diejenigen, die die gewinnbringenden Aktivitäten der multinationalen Konzerne wieder in Gang bringen? Verdient das Pflegepersonal, das einen hohen Preis für diese Krise zahlt, nur Applaus, oder dass ihre jahrelangen Forderungen (mehr Hände für mehr Pflege) endlich gehört werden? Sollten öffentliche Gelder, die nicht unendlich sind, Unternehmen unterstützen, die von der hemmungslosen Globalisierung leben, oder Billiggeräte, die in China hergestellt und per Flugzeug über Amazon geliefert werden? Oder sollen sie zuerst Unternehmen helfen, die lebensnotwendige Güter in der Nähe unserer Wohnorte produzieren? Für uns ist dieser Kampf bereits im Gange und um es deutlich zu sagen: Unsere Interessen, Ihre, die der Familien und Arbeitnehmer, sind nicht die der multinationalen Unternehmen und Finanziers.


Die Welt danach

Und morgen, wenn das Schlimmste vorbei ist, welche grundlegenden Entscheidungen werden für die Welt getroffen, die wir unseren Kindern hinterlassen? Als CNE und CSC werden wir eine Welt mit mehr sozialer Sicherheit verteidigen, mit mehr Pflege, mehr Gleichheit und mehr gemeinsamen Gütern und weniger Menschenleben, die dem Profit und der Globalisierung geopfert werden. Wir werden die Dringlichkeit einer echten ökologischen und sozialen Notlage verteidigen. Weder der Planet noch die Arbeitnehmer müssen die schwere Rechnung der Corona-Katastrophe zahlen. Und wenn gewählt werden muss zwischen dem Schutz großer Vermögen und Dividenden oder dem Schutz unserer Gesundheit, unserer sozialen Sicherheit und unsere Freiheiten, dann ist unsere Wahl schon getroffen. Wir werden sie verteidigen, mit Nachdruck und mit Ihnen.


Felipe Van Keirsbilck,
CNE-Generalsekretär



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