Die Coronakrise trifft die Jobstudenten besonders hart

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Die Covid-19-Krise hat die Jobstudenten nicht verschont. Seit dem Beginn des Lockdowns mobilisiert sich die Jung-CSC, um ihnen zu helfen und dauerhafte Lösungen zu finden. Die erhaltenen Antworten lassen jedoch zu wünschen übrig. Daher werden wir in diesem Sommer wachsam bleiben.

Viele Jobstudenten arbeiten im Hotel- und Gaststättengewerbe (Horeca), im Leiharbeitssektor oder im Handel, und die Pandemie trifft sie mit voller Wucht. Jeder vierte Jobstudent benötigt dieses Einkommen jedoch, um einen Teil seines Studiums und manchmal sogar seine Wohnung zu finanzieren. Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) hat mehr als jeder sechste Jugendliche weltweit seit Beginn der Covid-19-Pandemie aufgehört zu arbeiten. Und für die „Glücklichen“, die weiterarbeiten konnten, wurde die Arbeitszeit um 23 % reduziert. 

Petition für einen außergewöhnlichen Notfallfonds

Als der Lockdown und die vollständige Einstellung der Horeca-Aktivitäten angekündigt wurden, konnte die Jung-CSC auf die Unterstützung der Föderation der französischsprachigen Studenten (FEF) zählen: „Zusammen mit der Christlichen Arbeiterjugend (CAJ) und anderen Jugendorganisationen haben wir eine Petition verfasst, um von der Regierung die Einrichtung eines außergewöhnlichen und sozial konzertierten föderalen Notfallfonds zu fordern“, erklärt die nationale Verantwortliche der Jung-CSC Jeanne Maillart. Der Fonds sollte mit 58 Millionen Euro ausgestattet werden, um die entstandenen Verluste zu decken. 

Diese Forderung hat jedoch bisher kein Gehör gefunden. Die Föderation Wallonie-Brüssel (FWB) hingegen hat 2,28 Millionen Euro für Sozialhilfe für Studenten (einschließlich Jobstudenten) bereitgestellt. Diese Geste wurde von der Jung-CSC begrüßt, die das Risiko der Prekarität für die vielen Jobstudenten3 anprangert: 24 % von ihnen benötigen einen Job, um einen Teil ihres Studiums zu finanzieren. Dieses bescheidene Budget wird leider nicht alle jungen Menschen vor der Prekarität schützen. 

Einfrieren der 475-Stunden-Grenze: eine scheinbar gute, aber schlechte Idee

Nach der positiven Antwort der FWB kam eine zweite Antwort von der Föderalregierung, die die 475-Stunden-Grenze für Jobstudenten einfror. Für das Quartal von April bis Juni werden die geleisteten Arbeitsstunden nicht auf diese Jahresquote angerechnet.

Die Maßnahme mag gut erscheinen, aber sie ist einfach inakzeptabel und schiebt die Verantwortung dem Jobstudenten zu. Jeder, der Geld verdienen muss, wird unermüdlich arbeiten, vielleicht sogar auf Kosten des Studiums. „Die Antwort der Regierung bietet keine kollektive Lösung. Im Gegenteil, sie legt die Verantwortung in die Hände jedes Jobstudenten. Diese Geste ist umso merkwürdiger, da sie in die Prüfungszeit fiel und das akademische Jahr an den Hochschulen und Universitäten nicht ausgesetzt wurde. Unser Ziel bei der Jung-CSC ist es, langfristig diesen Entschädigungsfonds für Jobstudenten, die seit Mitte März arbeitslos sind, zu erhalten. Das Einfrieren der geleisteten Arbeitsstunden muss eine einmalige Maßnahme bleiben. Diese Entscheidung belegt zweifelsohne den Wunsch der Regierung, Studentenarbeit so flexibel wie möglich zu gestalten.“

Ein Studentenjob im Sommer? Achten Sie auf die Sicherheit!

Seit Mitte Mai werden die Corona-Maßnahmen nach und nach gelockert. Ist dies ein Zeichen für die Jobstudenten, dass der Sommer 2020 den vorigen Sommern gleichen wird? Die Nachfrage nach Studenten könnte sprunghaft ansteigen und den unlauteren Wettbewerb zwischen Arbeitnehmern und Jobstudenten noch verstärken. „Ich mache mir keine Sorgen, dass es im Sommer weniger Arbeit für Jobstudenten geben wird. Schon jetzt gibt es unzählige Stellenangebote für sie. Wenn ein Arbeitgeber die Wahl hat, einen Arbeitnehmer oder einen Jobstudenten einzustellen, wird er systematisch letzteren bevorzugen. Auf dem Arbeitsmarkt stellt der Studentenvertrag unlauteren Wettbewerb dar. Darüber hinaus werden die Arbeitnehmer im Sommer, wenn sie ihren Urlaub nehmen, durch schlecht ausgebildete und unerfahrene Jobstudenten ersetzt, die die Arbeitswelt und ihre Rechte nur unzureichend kennen. Im Kräfteverhältnis zugunsten der Sicherheit am Arbeitsplatz könnten sie sogar noch schwächer sein“, so Jeanne Maillart.

Delegierte und Jobstudenten müssen darauf achten, dass die Sicherheitsvorschriften am Arbeitsplatz und insbesondere der räumliche Abstand eingehalten werden. Am 13. April erfüllten mehr als acht von zehn Unternehmen die Sicherheitsnormen nicht. Dies ist eine beunruhigende Zahl. Wenn diese Anweisungen jetzt nicht eingehalten werden, gibt es keine Garantie dafür, dass dies in den Sommermonaten der Fall sein wird. Wenden Sie sich an das Gewerkschaftsteam vor Ort und insbesondere an die Delegierten des Ausschusses für Gefahrenverhütung und Schutz am Arbeitsplatz (AGS), wenn die Sicherheitsmaßnahmen während Ihres Studentenjobs in einem strukturierten Unternehmen nicht eingehalten werden. Bei einem nicht-strukturierten Unternehmen, wie z.B. einer Bäckerei, wenden Sie sich an den CSC-Gewerkschaftssekretär Ihrer Region. „Ich zähle auf unsere Gewerkschaftsteams, die in Unternehmen arbeiten, die Studenten einstellen. Sie sind meine Augen, meine Brigade für die Sicherheit von Jobstudenten und Arbeitnehmern in diesen Unternehmen“, so Jeanne Maillart abschließend.

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