Was ist Leiharbeit?

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Unter Leiharbeit versteht man die Zurverfügungstellung von Arbeitnehmern durch eine Leiharbeitsagentur.

Über eine Leiharbeitsagentur in einem Nutzerunternehmen arbeiten

Zunächst einmal muss sich der zukünftige Leiharbeitnehmer in eine Leiharbeitsagentur einschreiben. Diese Einschreibung ist kostenlos, sodass sich der Interessent in mehrere Agenturen eintragen kann.

Nun bemüht sich die Leiharbeitsagentur, Ihnen eine passende Arbeit zu suchen. Gleichzeitig versucht sie, den passenden Kandidaten für das Nutzerunternehmen zu finden, d.h. für das Unternehmen oder die Organisation, die Sie beschäftigen wird. Die Arbeit muss der Definition einer „menschenwürdigen Arbeit“ entsprechen. Es versteht sich von selbst, dass die Arbeitsgesetzgebung respektiert werden muss.  

Die Leiharbeitsagentur kann Ihnen einen Job von kurzer oder langer Dauer anbieten. Man kann dieses Angebot ablehnen, aber das kann sich negativ auf das Anrecht auf Arbeitslosenentschädigungen auswirken.

Als Leiharbeitnehmer verrichten Sie Ihre Arbeit bei einem Nutzerunternehmen, aber die Leiharbeitsagentur bleibt Ihr offizieller Arbeitgeber. Das Nutzerunternehmen dagegen erteilt Ihnen die Anweisungen im Rahmen der Ausführung der Arbeit und übt die Autorität über den Leiharbeitnehmer aus.  

Vier genehmigte Gründe

Die Leiharbeit wird nur aus vier Gründen genehmigt.

Grund Nr. 1: Der Ersatz eines abwesenden festeingestellten Arbeitnehmers

Wird der Leiharbeitnehmer im Rahmen einer Ersetzung eingestellt, so hängt die Dauer des Vertrags vom Zeitpunkt der Rückkehr des zu ersetzenden Arbeitnehmers ab.

Grund Nr. 2: Zeitweilige Arbeitsanhäufung

Im Falle der zeitweiligen Arbeitsanhäufung und wenn im Unternehmen eine Gewerkschaftsdelegation besteht, wird die Dauer des Vertrages im Einvernehmen mit der Gewerkschaftsdelegation festgelegt.

Grund Nr. 3: Ausführung einer außergewöhnlichen Arbeit

Bei außergewöhnlichen Arbeiten (wie Ausstellungen, Messen, Inventararbeiten,…) sieht das Gesetz eine maximale Dauer von 7 Tagen bis 6 Monaten vor (in bestimmten Fällen ist eine Verlängerung um maximal 12 Monate möglich).

In den meisten Fällen ist die vorherige Genehmigung durch die Gewerkschaftsdelegation erforderlich.

Grund Nr. 4: Eingliederung

Der Eingliederungsgrund gilt seit dem 1. September 2013. Darunter versteht man die Zurverfügungstellung eines Leiharbeitnehmers zur Besetzung einer freien Stelle. Während dieser Beschäftigungsperiode muss die Leiharbeitsagentur die minimale (eine Woche) und maximale (6 Monate) Vertragsdauer respektieren. Der Arbeitnehmer, der einen unbefristeten Vertrag beendet, um als Leiharbeitnehmer im Rahmen einer Eingliederung beschäftigt zu werden, hat Anrecht auf eine Beschäftigungsgarantie von einem Monat. 

Beendet die Leiharbeitsagentur den Vertrag bevor der Eingliederungsvertrag abgelaufen ist und ohne schwerwiegenden Grund, muss sie:

• entweder bis zum Ende des Vertrages eine Ersatzarbeit anbieten;
• oder einen Ausgleich zahlen, der dem Lohn entspricht, der bis zum vereinbarten Vertragsende gezahlt worden wäre.

Wenn die Eingliederungsperiode nicht zu einem unbefristeten Vertrag führt, muss die Leiharbeitsagentur den Grund dafür angeben.

Nach der Beschäftigungsperiode muss das Nutzerunternehmen sich verpflichten, dem Leiharbeitnehmer einen unbefristeten Vertrag anzubieten. 

Wie lange darf die Leiharbeit dauern? 

Im Prinzip ist die Leiharbeit zeitlich befristet. Die maximal genehmigte Dauer hängt davon ab, aus welchem Grund diese Arbeit ausgeführt wird. Weitere Infos finden Sie auf der Website des FÖD Beschäftigung, Arbeit und Sozialkonzertierung (in Französisch). 

 

 

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