Langzeitkrank mit Vertrag

Zu Beginn Ihrer Krankheitsperiode haben Sie Anrecht auf den vom Arbeitgeber gezahlten garantierten Lohn. Bleiben Sie länger krank, müssen Sie Ihre Krankenkasse informieren. Diese zahlt Ihnen dann anschließend Krankengeld. Die ersten Etappen der Wiedereingliederung beginnen innerhalb von zwei Monaten nach der Meldung der Krankheit an die Krankenkasse.

Etappe 1: Beurteilung durch den Vertrauensarzt

Aufgrund einer ärztlichen Untersuchung stuft der Vertrauensarzt der Krankenkasse Sie in eine dieser vier Kategorien:

A. Sie können Ihre ursprüngliche Arbeit wahrscheinlich innerhalb von 6 Monaten wieder aufnehmen. Sollte sich aber später erweisen, dass Sie Ihre Arbeit nicht nach 6 Monaten Arbeitsunfähigkeit aufgenommen haben, wird eine neue Beurteilung organisiert. 

B. Sie können Ihre ursprüngliche Arbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder aufnehmen.

C. Die Arbeitswiederaufnahme steht nicht auf der Tagesordnung: Vorrang erhalten Diagnose und Behandlung. Wenn Sie zu dieser Gruppe gehören, wird Ihre gesundheitliche Situation regelmäßig beurteilt.

D. Die Arbeitswiederaufnahme ist möglich mittels einer angepassten oder anderen Arbeit (zeitweise oder definitiv) oder einer Umschulung/einer beruflichen Ausbildung. Diese Kategorie bedeutet, dass Sie an Ihren Arbeitsarzt verwiesen werden zur Wiedereingliederung in Ihr Unternehmen.

Befinden Sie sich in der Gruppe A oder C, wird Ihre Situation regelmäßig überprüft. Befinden Sie sich in der Gruppe B gibt es keine Wiedereingliederungsprozedur. In der Gruppe D wird der Vertrauensarzt Sie an den Arbeitsarzt weiterleiten (Etappe 2).

Etappe 2: Konsultation beim Arbeitsarzt

Sie wurden also vom Vertrauensarzt an den Arbeitsarzt verwiesen. Oder, was auch möglich ist, Sie fragen den Arbeitsarzt auf eigene Initiative, eine Eingliederungsprozedur zu starten.  

Nach einer ärztlichen Untersuchung und der Prüfung Ihres Arbeitspostens hat der Arbeitsarzt die Wahl zwischen 5 Möglichkeiten:

1. Entscheidung: Der Arbeitsarzt befindet, dass Sie die vereinbarte Arbeit wieder aufnehmen werden können. Zwischenzeitlich können Sie eine andere Arbeit oder eine angepasste Arbeit verrichten. Der Arbeitsarzt legt die entsprechenden Modalitäten fest. 

2. Entscheidung: Der Arbeitsarzt befindet, dass Sie die vereinbarte Arbeit wieder aufnehmen werden können, dass Sie aber in der Zwischenzeit NICHT imstande sind, eine angepasste Arbeit oder eine andere Arbeit zu verrichten.

3. Entscheidung: Der Arbeitsarzt befindet, dass Sie definitiv unfähig sind, die vereinbarte Arbeit zu verrichten, glaubt aber, dass Sie eine angepasste oder andere Arbeit bei Ihrem Arbeitgeber übernehmen können.

4. Entscheidung: Der Arbeitsarzt befindet, dass Sie definitiv unfähig sind, die vereinbarte Arbeit zu verrichten und auch unfähig sind, eine andere oder angepasste Arbeit bei Ihrem Arbeitgeber zu übernehmen.

5. Entscheidung: Der Arbeitsarzt befindet, dass es aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, eine Wiedereingliederungsprozedur zu beginnen (zum Beispiel weil Sie sich noch nicht erholt haben).

Der Arbeitsarzt gibt Ihnen ein Bewertungsformular, das seine Entscheidung enthält. Eine Kopie geht an den Arbeitgeber. Wenn er keine angepasste Arbeit vorschlägt, informiert er den Vertrauensarzt der Krankenkasse. 

Etappe 3. Wiedereingliederungsplan

Aufgrund der Entscheidung und des Vorschlags des Arbeitsarztes muss Ihr Arbeitgeber eine Entscheidung bezüglich des Wiedereingliederungsplanes treffen. Dieser Plan beschreibt die Anpassungen, die dem Arbeitsposten und/oder der beruflichen Situation zugefügt werden müssen.

Der Arbeitgeber und/oder der Arbeitsarzt treffen die Entscheidungen nicht allein. Die Sache muss zwischen Krankem, Arbeitsarzt und Arbeitgeber besprochen werden. Als Kranker können Sie sich durch die Gewerkschaft innerhalb Ihres Unternehmens (ein Mitglied des AGS oder ein Gewerkschaftsdelegierter) begleiten lassen.

Ein Wiedereingliederungsplan muss innerhalb von 55 Tagen erstellt werden, wenn die 1. Entscheidung (zeitweilige Arbeitsunfähigkeit) getroffen wird und innerhalb eines Jahres, wenn die 5. Entscheidung (angepasste Arbeit) getroffen wird. 

Wenn Sie den Wiedereingliederungsplan Ihres Arbeitgebers definitiv erhalten haben, haben Sie 5 Werktage Zeit, um ihm Ihr schriftliches Einverständnis zukommen zu lassen. Sollten Sie nicht einverstanden sein, können Sie ihn ablehnen, müssen Ihre Entscheidung aber schriftlich begründen. Ihr Einverständnis oder Ihre Ablehnung wird dann von Ihrem Arbeitgeber an den Arbeitsarzt weitergereicht, der sie seinerseits an den Vertrauensarzt weiterleitet.

Weitere Infos:

Faltblatt der CSC: Zurück an die Arbeit

 

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