Feiertage und Urlaub

Wie die anderen Arbeitnehmer auch, haben die Leiharbeiter Anrecht auf Jahresurlaub, Urlaubsgeld, bürgerliche Abwesenheiten und auf bezahlte Feiertage.

Der bezahlte Urlaub und die Feiertage sind wesentliche Elemente des Lohnes. Theoretisch ist dies identisch, ob Sie Leiharbeiter oder fester Arbeitnehmer sind. In der Praxis sieht die Realität aber oft anders aus. In der Mehrheit der Fälle haben die Leiharbeiter nicht die Möglichkeit, ihren bezahlten Urlaub während ihrer Beschäftigungsperiode im Unternehmen zu nehmen. Dies wirkt sich zunehmend auf deren Lohn aus

Wie können Sie Ihren bezahlten Urlaub nehmen?

Als Leiharbeiter wird Ihr Urlaub aufgrund der geleisteten Tage des vergangenen Jahres berechnet. Sie können Ihre Agentur fragen, Ihren Urlaub während Ihres Vertrages zu nehmen. Im Allgemeinen lehnen die Agenturen dies aber ab. Wenn Sie eine schriftliche Ablehnung erhalten haben, lassen Sie uns diese bitte zukommen, damit wir dieses Recht einfordern können.

Wenn Sie lange Urlaub machen möchten, zum Beispiel um in Ferien zu fahren, raten wir Ihnen, die Tage des bezahlten Urlaubs aufzubrauchen. Achtung, Sie werden während diesen Tagen nicht bezahlt, Sie werden diese Tage von dem Urlaubsgeld finanzieren müssen, das Sie am Ende jedes Arbeitsvertrages erhalten. Für die Perioden, wo sie nicht beschäftigt werden, können Sie Arbeitslosenentschädigungen beantragen. Achtung: Am Ende des Kalenderjahres (Dezember) können Sie keine Arbeitslosentage erhalten, wenn Sie die bezahlten Urlaubstage nicht aufgebraucht haben.

Wer zahlt das Urlaubsgeld?

Für die Arbeiter wird die Zahlung nicht durch den Arbeitgeber (die Interimagentur) gewährleistet sondern durch das Landesamt für Jahresurlaub (ONVA). Dies geschieht mittels Überweisung auf Ihr Bankkonto, im Allgemeinen während des Monats Mai oder Juni. Um die Zahlung zu erhalten, müssen Sie dem ONVA Ihre Bankkontonummer mitteilen.

Für die Angestellten hingegen wird das Urlaubsgeld am Ende jedes Vertrages durch die Leiharbeitsagentur als Zusatz zum Gehalt gezahlt. Die Angestellten haben ebenfalls Anrecht auf ihr Urlaubsgeld zu dem Zeitpunkt, wo sie in Urlaub gehen. Ihr Lohn wird nicht unterbrochen.

Bezahlte Feiertage

Der Leiharbeiter hat Anspruch auf die Feiertage, die während seines Leiharbeitsvertrags vorkommen. Diese Feiertage werden durch die Leiharbeitsagentur gezahlt.

Eine Reihe Interimagenturen haben in der Vergangenheit versucht, das Recht auf Feiertage zu umgehen; die Gesetzgebung wurde angepasst, um diese Vorgehensweisen zu verhindern.

Zahlung der Feiertage nach Vertragsende

Wenn nach Vertragsende ein Feiertag (oder ein Ausgleichstag, der einen gesetzlichen Feiertag ersetzt) liegt, hat der Leiharbeiter Anspruch auf einen Lohn entsprechend seiner Betriebszugehörigkeit im Betrieb:

  • Wenn der Leiharbeitnehmer weniger als fünfzehn Tage im Dienst des Unternehmens geblieben ist: schuldet der Arbeitgeber ihm keinen Lohn für einen Feiertag, der nach dem Ende des Vertrags oder der Arbeitsleistungen eintritt;
  • Wenn der Leiharbeitnehmer für einen Zeitraum von fünfzehn Tagen bis zu einem Monat im Dienst des Unternehmens geblieben ist: bleibt der Arbeitgeber verpflichtet, den entsprechenden Lohn für einen Feiertag in der Zeit von vierzehn Tagen nach dem Ende des Vertrags oder der Arbeitsleistungen zu zahlen;
  • Wenn der Leiharbeitnehmer für mehr als einen Monat im Dienst des Unternehmens geblieben ist, hat er Anspruch auf den Lohn für gesetzliche Feiertage, die innerhalb von dreißig Tagen nach Vertragsende eintreten.

Als Leiharbeiter haben Sie nach Ablauf des befristeten Arbeitsvertrags keinen Anspruch auf einen Feiertag, wenn Sie bei einem anderen Arbeitgeber (oder einer Leiharbeitsfirma) eine Arbeit finden. In diesem Fall zahlt Ihnen Ihr neuer Arbeitgeber den Feiertag. Um dieses Recht zu ermitteln, müssen nicht nur Verträge von fünfzehn Tagen oder mehr, sondern auch konsekutive Verträge von kurzer Dauer in einem Zeitraum von fünfzehn Tagen in Betracht gezogen werden.

Gut zu wissen

Manchmal schafft das Recht auf die Bezahlung der Feiertage Unstimmigkeiten. In der Tat haben eine Reihe von Leiharbeitsfirmen zweifelhafte Praktiken, wie die Kündigung des Vertrags kurz vor einem Feiertag, die Weigerung, gesetzliche Feiertage innerhalb von 30 Tagen nach dem Ende des Vertrags zu bezahlen, usw. Der Königliche Erlass zur Regelung der gesetzlichen Feiertage für Leiharbeitnehmer macht solchen Praktiken ein Ende.

Auf Drängen der CSC und nach befürwortender Stellungnahme der paritätischen Kommission für Leiharbeiter sind die Leiharbeitsfirmen nun verpflichtet, die zwischen zwei Vertragstagen liegenden Feiertage im gleichen Betrieb über die gleiche Leiharbeitsfirma zu bezahlen.

Zwei Beispiele:

  • Sie arbeiten als Leiharbeiter am Dienstag, den 10. November und am Donnerstag, den 12. November bei der gleichen Leiharbeitsfirma und in derselben Firma → Sie haben Anspruch auf die Zahlung des Feiertages vom 11. November durch die Leiharbeitsfirma.
  • Wenn der 1. November ein Sonntag ist, denken Sie daran, zu überprüfen, an welchem Tag der 1. November in der Firma ersetzt wird, in der Sie arbeiten. Ersatztage unterliegen der gleichen Regel: Wenn Sie vor oder nach diesem Tag einen Vertrag haben, haben Sie Anspruch auf Zahlung.

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