Leiharbeitsvertrag

Für jede Arbeitsperiode als Leiharbeitnehmer müssen Sie einen Vertrag mit der Leiharbeitsagentur als Ihr offizieller Arbeitgeber abschließen.

Für jede Leiharbeit → ein Vertrag

Für jede Arbeitsperiode (jede Mission) muss die Leiharbeitsagentur einen schriftlichen Vertrag mit dem Leiharbeiter abschließen.

Es ist möglich, den Vertrag auf 3 verschiedene Weisen zu unterzeichnen:

  • ein "normaler" schriftlicher Vertrag
  • ein elektronischer Vertrag mittels eines Kartenlesers und einem PIN-Kode
  • ein elektronischer Vertrag mittels eines persönlichen Kodes (Passwort), den Sie vorher ausgesucht haben.

Der Vertrag muss von beiden Parteien (Leiharbeitsagentur und Leiharbeitnehmer) unterzeichnet werden bevor der Leiharbeitnehmer effektiv zu arbeiten beginnt oder spätestens zu diesem Zeitpunkt.

Standardvertrag für die Leiharbeit

Die Leiharbeitsagenturen müssen den Standardvertrag benutzen, der infolge eines Abkommens zwischen den Gewerkschaften und den Arbeitgebern erstellt wurde.

Dieser enthält folgende Angaben :

  • Der Name des Benutzers (Unternehmen oder Organisation, die Sie beschäftigt);
  • Die Art des Vertrages (unbefristet, befristet,…);
  • Der Grund des Vertrages;
  • Die Dauer des Vertrages;
  • In Funktion des Grundes des Rückgriffs auf Leiharbeit : der Grund der Ersetzung oder die Angabe des ersten, zweiten oder dritten Versuches, den Arbeitsposten aus dem Grund der Eingliederung zu besetzen;
  • Die berufliche Qualifikation des Leiharbeiters;
  • Der Beschäftigungsort des Leiharbeiters;
  • Die Arbeitszeiten;
  • Der Lohn und die zusätzlichen Vorteile.

Dimona-Erklärung

Bevor der Leiharbeiter seine Tätigkeit aufnimmt, muss die Leiharbeitsagentur dessen Beschäftigung über die Dimona-Erklärung an die LASS melden.

Was geschieht, wenn der Leiharbeitsvertrag zu spät oder gar nicht unterzeichnet wurde?

Der zu spät oder gar nicht unterzeichnete Leiharbeitsvertrag wird in einen unbefristeten Vertrag mit der Leiharbeitsagentur umgewandelt. Daher hat der Leiharbeiter am Ende seines unbefristeten Vertrages Anrecht auf eine Unterbrechungsentschädigung. Es muss eine Klage beim Arbeitsgericht eingereicht werden.

Achtung! Diese Sanktion gilt nicht, wenn alle folgenden vier Elemente erfüllt sind:

  • Die Erklärung der Beschäftigungsabsicht wurde innerhalb der Fristen erstellt;
  • Der Leiharbeiter erhielt seinen Arbeitsvertrag vor Beginn seiner Beschäftigung, hat diesen aber nicht unterzeichnet;
  • Der Leiharbeiter hat gearbeitet ohne seinen unterzeichneten Vertrag innerhalb der Fristen zurückzusenden;
  • Die Leiharbeitsagentur hat eine Dimona-Erklärung erstellt.

Weitere Dokumente: Absichtserklärung und Arbeitsordnung

Bevor er eine Arbeitsleistung erbringen kann muss der zukünftige Leiharbeiter eine Absichtserklärung unterzeichnen. Dieses Dokument muss vom Leiharbeiter und von der Leiharbeitsagentur unterzeichnet werden.
Dieses Dokument bestätigt, dass sich der Arbeitnehmer bei der Leiharbeitsagentur eingetragen hat und dass diese sich bemüht, ihm eine Beschäftigung zu suchen.

Als Leiharbeiter müssen Sie zudem folgende Dokumente erhalten:

  • Die Arbeitsordnung der Leiharbeitsagentur.
  • Die Arbeitsordnung des Unternehmens, das Sie beschäftigen wird (Benutzerunternehmen).

Die Dauer des Leiharbeitsvertrages

Die Dauer eines Leiharbeitsvertrages kann zwischen einem Tag und mehreren Monaten variieren. In den meisten Fällen wird ein Wochenvertrag abgeschlossen. Es ist möglich, Tagesverträge abzuschließen, unter der Bedingung, dass die Arbeit an einem Tag erledigt werden kann. 

Aufeinander folgende Tagesverträge sind möglich, wenn folgende Bedingungen erfüllt werden:

  • Die Arbeitgeber, die auf Leiharbeiter im Rahmen von Tagesverträgen zurückgreifen möchten, müssen die Informations- und Konsultationsprozedur der Gewerkschaftsdelegation konsequent einhalten. 
  • Ist die Delegation nicht einverstanden, kann die Frage innerhalb der paritätischen Kommission geklärt werden, der das Benutzerunternehmen angehört. 
  • Kommt es in keiner der beiden Instanzen zu einer Einigung, so entscheidet das Arbeitsgericht.

Wenn das Benutzerunternehmen den Bedarf an Flexibilität nicht belegen kann, muss die Leiharbeitsagentur dem Leiharbeiter ein ‚Bußgeld‘ zahlen. Dieses entspricht dem Lohn von zwei Wochen. 

Probezeit und ‘beruflicher Testvertrag’

Die drei ersten effektiven Arbeitstage werden als Probezeit betrachtet, während denen der Arbeitgeber und der Leiharbeiter den Vertrag fristlos kündigen können.  

Es ist nicht erlaubt, die Probezeit im Falle von aufeinander folgenden Verträgen für die gleiche Funktion, den gleichen Arbeitsposten, beim gleichen Benutzer zu erneuern. 

In der Vergangenheit kam es vor, dass Leiharbeitsagenturen die Leiharbeiter fragten, einen Test oder einen Probetag ohne jede Bezahlung zu leisten. 

Die Tests oder ‚Testverträge’ müssen folgende Bedingungen erfüllen:

  • Die Tests müssen von kurzer Dauer und nur darauf ausgerichtet sein, die Kompetenzen des potentiellen Leiharbeiters zu prüfen.
  • Die Tests dürfen auf keinen Fall Teil des Produktionsprozesses des Unternehmens sein.
  • Die Tests dürfen nicht länger als einen halben Tag dauern.

Arbeitszeit und Überstunden

Ihr Vertrag muss angeben, ob es sich um einen Vollzeit- oder Teilzeitvertrag handelt. Die wöchentliche und/oder tägliche Arbeitszeit muss in Ihrem Vertrag angegeben werden.

Die tägliche Arbeitszeit muss mindestens drei Stunden umfassen. Diese minimale Arbeitsdauer muss die gleiche sein wie sie für das Stammpersonal des Unternehmens vorgesehen ist.

Gleiches gilt für das System der Überstunden. Wenn die Stammbelegschaft eine Arbeitszeitreduzierung erhalten hat, so haben die Leiharbeiter ebenfalls Anrecht darauf. Diese Arbeitszeitreduzierung wird entweder in Form von Ausgleichsruhe gewährt oder im Stundenlohn integriert.

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