Hydro Extrusion Raeren

„Wir finden Lösungen!“

Mit zwei seit Jahren effizienten Hauptdelegierten und ihrem Team starten die CSC Metea und die Angestelltengewerkschaft CNE bei Hydro Extrusion Raeren mit Sachar Rodenbusch und Didier Hendricks in die Sozialwahlen 2020. CSC Info unterhielt sich mit den beiden langjährigen Delegierten.

Wie sieht euer Rückblick auf die letzten vier Jahre aus?

Es hat sich einiges verändert in den letzten Jahren, aus Sapa wurde wieder Hydro Extrusion. Wir hatten in den vergangenen Jahren zwar verschiedene Direktionen, doch der Sozialdialog war positiv und wir konnten uns mit vielen Sachen Gehör verschaffen. Als CSC Gewerkschaftsvertreter der Arbeiter und der Angestellten treten wir gemeinsam auf und verfolgen eine gemeinsame Linie. Natürlich werden auch schon mal Punkte, die spezifisch für die Arbeiter oder die Angestellten sind, getrennt verhandelt, aber grundsätzlich ziehen wir an einem Strang.

Da rein lohntechnisch nur die im Rahmen des überberuflichen Abkommens erlaubten Erhöhungen möglich waren, haben wir mit der Direktion vieles für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz aushandeln können, auch in puncto Ergonomie, z. B. höhenverstellbare Bürotische.

Ein ganz großes Plus für dieses Wohlbefinden sind ganz sicher die Klimakabinen im ganzen Betrieb sowie zahlreiche Wasserventilatoren, zumal es durch die allgemeine Helmpflicht noch etwas wärmer für die Arbeitnehmer in der Produktion wurde. Außerdem wurden helmfreie Zonen im Betrieb geschaffen, so zum Beispiel in der Verpackung durch das Spannen von Sicherheitsnetzen.

Des Weiteren griff die Direktion etliche unserer Ideen auf, als Anerkennung für die Arbeitnehmer. Und weil dies allgemein bei der Belegschaft gut ankommt, sind Dinge wie Gratis Warmgetränke für alle oder das Bestellen eines Frittenwagens/Foodtrucks, regelmäßige Familienfeste und andere Aufmerksamkeiten für die Belegschaft inzwischen bei der Direktion ein positiver Reflex. So kann zum Beispiel nun auch mit „Mamy’s Cooking“ jeder der möchte, frische Hausmannskost aus dem Automaten im Betrieb erstehen.

Seit den letzten Wahlen wurden bei den Arbeitern über 40 neue Verträge vergeben, (Ein Viertel des Arbeiterpersonals), und das trotz Corona. Wir haben uns dadurch etwas verjüngt. Ein KAA 90 für 2020 (Gewinnbeteiligung seit 2015) wurde ausgehandelt, außerdem eine Verbesserung der Lohnklasse 1-2-3, ebenso wie die Verlängerung der Gruppenversicherung SEPIA (Belfius) bis zur regulären Pension und last but not least neue Lohnunterteilungen in der Fabricating. Neue Duschen, individuelle Kalender für jede Schicht sind weitere Punkte, ebenso wie ein Leasingplan für Fahrräder, auch E-Bikes, und ein Konsumscheck von 150 € konnten erfolgreich verhandelt werden.

Ihr konntet in den letzten vier Jahren gute Verhandlungsergebnisse erzielen und nun sicherlich mit Zuversicht auf die kommenden Sozialwahlen blicken…

Ja das tun wir, obzwar wir feststellen, dass den Arbeitnehmern nicht immer klar ist, wie wichtig Sozialwahlen in den Betrieben sind und wie wichtig die Unterstützung der Arbeitnehmer ist, damit wir als CSC- und CNE-Delegierte unsere Arbeit positiv im Sinne der Arbeitnehmer weiterführen können! Durch unsere Verhandlungen verhindern wir Kündigungen und Abmahnungen, wir sind die ganze Woche als Ansprechpartner der Arbeitnehmer im Betrieb verfügbar, haben immer ein offenes Ohr für die gesamte Belegschaft, deren Meinung uns wichtig ist. 

In den innerbetrieblichen Konzertierungsorganen (BR, AGS und Delegation) stellen wir die große Mehrheit und können dort die Meinung unserer Wähler erfolgreich vertreten. Und wir finden Lösungen! Zudem verwalten wir als CSC-Delegierte zu 100 % die Sozialkasse, denn seit zwei Jahren nimmt keine der anderen Gewerkschaften an der Jahresversammlung teil. Außerdem ist die CSC die direkte Vertretung bei der Betriebsleitung in Oslo, also dort wo wichtige Entscheidungen getroffen werden. Sozialwahlen und die Unterstützung der Arbeitnehmer im Betrieb sind also äußerst wichtig!

Das und sicherlich auch die Bereitschaft von CSC Mitgliedern sich in die Gewerkschaftsarbeit einzubringen und zu kandidieren oder?

Das wiederum ist ein Punkt, über den wir uns nicht beklagen können, diese Bereitschaft ist hier bei uns sehr groß. Man muss schon fast sagen, dass wir leider insgesamt nur 18 Personen auf die CSC-Listen setzen können, denn dieses Mal hatten wir sage und schreibe über 40 gute Kandidaten. Es musste dann eine Auswahl getroffen werden, damit jede Abteilung und jede Sprachgruppe bei Hydro sich vertreten fühlen kann. Wir hoffen, dass jedoch auch diejenigen, die nun nicht auf der Liste stehen, uns weiterhin aktiv unterstützen, um die Belange aller nach vorne zu bringen.

Wie läuft der Betrieb zurzeit?

Der Betrieb läuft gut, trotz Corona, aber nicht sehr gut. Wir haben Wochen mit Vollbeschäftigung, dann wieder Wochen mit einem bzw. maximal 2 Tagen Kurzarbeit, bei den Arbeitern wie bei den Angestellten. Bei den Angestellten war in den Monaten April bis einschließlich Juni Homeoffice angesagt, von Corona-Erkrankungen waren wir jedoch im Betrieb nicht betroffen. In den Fluren, Umkleidekabinen und Aufenthaltsräumen gilt Mundschutz und/oder soziale Distanz.

Und wie seht ihr die Zukunft des Unternehmens?

Wir sind für die Zukunft gut aufgestellt, wir haben Photovoltaik-Anlagen für einen Teil unseres Energiebedarfs, streben auch schon seit Jahren eine Windkraftanlage an, deren Genehmigung aktuell jedoch (noch) nicht möglich ist. Möglichkeiten ergeben sich ja vielleicht wieder mit dem Vorhaben von Raeren, einen Windpark zu errichten. Aber auch was die gesamte Gruppe anbelangt, sind wir weiterhin innovativ und verfolgen die neuesten Trends. Zum einen verfolgt die Hydro-Gruppe das Ziel zunehmend nahe am Verbraucher zu produzieren, um kurze Transportwege zu gewährleisten. 

Außerdem wird bereits in der Gruppe Primäraluminium mit einem CO2-Fußabdruck von 4,0 kg hergestellt, wo die Mitbewerber aus Asien bei einem CO2-Ausstoß von 20 kg liegen. Der Trend geht eindeutig zu recyceltem Aluminium. 

Hydro ist der einzige Lieferant, der einen Mindestanteil von 75 % garantieren kann, denn neue Architekten wollen zunehmend zu 100 prozentig recyceltes Material einsetzen, ein Trend, den wir beantworten.

Außerdem konnten wir als erste Unternehmensgruppe das ASI-Zertifikat (Öko-Logo) erhalten, ein Pilotprojekt der Hydro-Gruppe, das in den Niederlanden startete und nun in der ganzen Gruppe fortgeführt wird.

Eure Ziele als CSC/CNE-Vertreter für 2020-2024?

Wir werden uns weiterhin für neue Arbeitsverträge und Arbeitsplätze, die Steigerung der Kaufkraft und Beibehaltung des Index einsetzen, ebenso wie für den weiteren Ausbau von alternativen Energien, zur Sicherung der Betriebszukunft. Zudem streben wir eine Verbesserung der Gewinnbeteiligungen KAA 90 und eine Sektorenprämie ROCE an.

Auch werden wir uns bei der Direktion für alternative Arbeitssysteme einsetzen und die Ideen und Meinungen unserer Arbeitnehmer in den Konzertierungsorganen verteidigen. Wir möchten hier nochmal betonen, dass wir als CSC METEA und CNE an einem Strang ziehen und wir uns gemeinsam mit allen Kandidaten als Team für die Arbeitnehmer einsetzen. Gewerkschaftsarbeit ist immer Teamarbeit. Und um etwas zu erreichen, brauchen wir das Team genauso wie die Unterstützung durch die Stimme der Arbeitnehmer!

Dann wünschen wir viel Erfolg und die volle Unterstützung eurer Kollegen.

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