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Zu warm zum Arbeiten

Das Gesetz schützt Arbeitnehmer vor gesundheitsschädlichen oder unangenehmen Arbeitsbedingungen aufgrund von Hitze.

Hitze am Arbeitsplatz: 8 wichtige Regeln, die man kennen sollte

Wenn es zu heiß wird, sind Maßnahmen erforderlich. Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Arbeitnehmer haben oberste Priorität. Der Arbeitgeber hat klare Pflichten, auch wenn die gesetzlichen Grenzwerte noch nicht erreicht sind. Folgendes gilt es zu beachten:

✅ 1. Die hitzegefährdeten Bereiche ausfindig machen

Der Arbeitgeber muss die Arbeitsbedingungen analysieren und feststellen, wo die Hitze die zulässigen Grenzwerte überschreiten könnte. Diese Analyse dient als Grundlage für die zu ergreifenden Maßnahmen.

✅ 2. Einen Sofortaktionsplan ausarbeiten

Der Arbeitgeber muss ein Programm mit technischen und organisatorischen Maßnahmen aufstellen, das bei Überschreitung der Aktionswerte sofort angewendet wird.

✅ 3. Den AGS einbeziehen

Der AGS (oder die Gewerkschaftsdelegation) muss seine Stellungnahme zur Risikoanalyse und zum Maßnahmenprogramm abgeben, die dann in den Gesamtpräventionsplan aufgenommen werden.

✅ 4. Konkrete Maßnahmen

Das Präventionsprogramm muss folgende Maßnahmen beinhalten:

  • Technische Maßnahmen: Belüftung, Regulierung der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit usw.
  • Reduzierung der körperlichen Arbeitsbelastung.
  • Alternative Arbeitsmethoden (Rythmus,Pausen, Dauer und Intensität der Exposition).
  • Eine Anpassung der Arbeitszeiten oder der Arbeitsorganisation.
  • die Versorgung mit geeigneter Berufskleidung.
  • Etwaige Ruhezeiten werden nach Stellungnahme des  Präventionsberaters/Arbeitsmediziners und nach vorheriger Zustimmung der Arbeitnehmervertreter im AGS oder der Gewerkschaftsdelegation festgelegt. Bei Unstimmigkeit wird die gesetzliche Tabelle der Ruhe- und Arbeitszeiten angewandt.
✅ 5. Bei Hitzewelle: verschärfte Auflagen

Werden die Grenzwerte im Sommer überschritten, muss der Arbeitgeber:

  • kostenlos Erfrischungsgetränke zur Verfügung stellen
  • innerhalb von 48 Stunden für eine verstärkte Belüftung sorgen
  • bei anhaltender Hitze: die Arbeitszeiten anpassen und Ruhepausen einführen
✅ 6. Auch der Komfort zählt

Auch wenn die Temperatur unter den Grenzwerten bleibt, muss das Arbeitsumfeld angenehm bleiben. Wohlbefinden lässt sich nicht allein anhand von Zahlen messen.

✅ 7. Eine angepasste medizinische Überwachung

Arbeitnehmer, die übermäßiger Hitze ausgesetzt sind oder regelmäßig im Freien arbeiten, müssen einer angemessenen Gesundheitsüberwachung unterzogen werden.

✅ 8. Die Arbeitnehmer informieren und ausbilden

Der Arbeitgeber muss für klare Informationen und praktische Schulungen zu folgenden Themen sorgen:

  • Präventionsmaßnahmen
  • Erkennen der Anzeichen eines Hitzschlags
  • Richtiges Verhalten
  • medizinische Nachsorge
Haben Sie Bedenken hinsichtlich der in Ihrem Unternehmen getroffenen Maßnahmen? Wenden Sie sich an Ihre Gewerkschaftsvertretung oder Ihre Vertreter im AGS. Ihre Gesundheit hat für uns oberste Priorität.
 

 

Wann ist es zu heiß zum Arbeiten?

Die Aktionswerte für die Wärmeeinwirkung, sogenannte WBGT-Werte, werden nicht mit einem normalen Thermometer gemessen. Inwieweit der Körper Wärme verträgt, hängt auch von Elementen wie der Luftfeuchtigkeit, der Strahlungswärme usw. ab. Der mit einem speziellen Gerät gemessene oder berechnete WBGT-Index ist normalerweise niedriger als das von einem normalen Thermometer angezeigte Ergebnis. Die Mess- und Berechnungsmethode wird im Unternehmen nach Stellungnahme des Arbeitsmediziners und nach Zustimmung des AGS festgelegt.

Achtung: Die Aktionswerte schützen die Gesundheit des Arbeitnehmers, garantieren aber kein angenehmes Arbeitsumfeld.


 

Art der Arbeit Aktionswert
Leichte oder sehr leichte Arbeit 29
Halbschwere Arbeit 26
Schwere Arbeit 22
Sehr schwere Arbeit 18