Planbüro bestätigt: die Rentenreform führt zu einer Verarmung der Rentner
Der neue Jahresbericht des „Studienausschusses für Vergreisung“ bestätigt, dass Rentner gegenüber Erwerbstätigen zunehmend an Boden verlieren. Für die CSC verfolgt die Regierung keine Politik, die die Auswirkungen der Bevölkerungsalterung abfedert oder die wirtschaftlichen Perspektiven verbessert. Stattdessen beschränkt sie sich darauf, das Rentensystem auszuhöhlen.
Laut Studienausschuss werden die durchschnittlichen Renten in den kommenden Jahrzehnten deutlich langsamer steigen als die Löhne. Bis 2070 wird die durchschnittliche Rente im Vergleich zum durchschnittlichen Arbeitseinkommen rund 13 % an Wert eingebüßt haben. Der Ausschuss weist zudem ausdrücklich darauf hin, dass die jüngste Rentenreform zu dieser Entwicklung beiträgt. Zwar wird das Ausgabenwachstum gebremst, doch den Preis dafür zahlen die Rentner: Ihr Lebensstandard sinkt.
Für die CSC ist diese Entwicklung zutiefst ungerecht. Ein Rentensystem kann nicht allein nach seiner finanziellen Tragfähigkeit beurteilt werden. Wer jahrzehntelang Beiträge gezahlt hat, muss darauf vertrauen können, dass die Rente ein würdiges Leben im Ruhestand ermöglicht. Die Regierung verweist auf die erzielten Einsparungen, doch die eigentliche Rechnung kommt später - in Form einer schleichenden Verarmung vieler Haushalte.
Auffällig ist außerdem, dass die wirtschaftlichen Erwartungen, auf denen die neuen Projektionen beruhen, weniger günstig ausfallen als jene des Vorjahres. Der Ausschuss geht von einer sinkenden Erwerbsquote, schwächeren Beschäftigungsperspektiven und einem niedrigeren Bruttoinlandsprodukt bis 2070 aus. Trotz dieser ungünstigeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben die Prognosen für die Rentenausgaben unter Kontrolle. Das zeigt, dass die Verbesserung der Haushaltslage zu einem erheblichen Teil auf die Rentenreform zurückzuführen ist. Anders ausgedrückt: Die Ausgaben bleiben beherrschbar, weil die ausgezahlten Renten deutlich niedriger ausfallen werden.
„Dieser Bericht zeigt, dass die Rentenreform auf Kosten der normalen Bürgerinnen und Bürger geht“, erklärt CSC-Präsidentin Ann Vermorgen. „Die Regierung hat versprochen, Arbeit stärker zu belohnen. Tatsächlich demontiert sie jedoch vor allem das Rentensystem. Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet und Beiträge gezahlt haben, müssen sich darauf verlassen können, dass die Renten ihnen einen angemessenen Lebensstandard sichern.“
Ein großer Teil der Einsparungen ergibt sich daraus, dass die Renten gegenüber den Löhnen immer weiter zurückfallen. „Eine würdige Rente darf nicht auf eine reine Haushaltsrechnung reduziert werden - hinter diesen Zahlen stehen Menschen. Besonders Frauen werden die Folgen zu spüren bekommen, weil sie häufiger in Teilzeit arbeiten und ihre Berufslaufbahn für Pflege- und Betreuungsaufgaben unterbrechen. Diese Reform wird dazu führen, dass immer mehr Menschen Probleme haben werden, über die Runden zu kommen, oder nicht mehr von ihrer Rente leben können. Dabei gäbe es genügend Alternativen, um die öffentlichen Finanzen zu sanieren“, sagt Ann Vermorgen.
