Ihre Rechte 
bab449ae-2477-46b3-8fca-27c4c5741bd6
https://www.diecsc.be/ihre-rechte
true
Aktualität
59ea6a04-d5cb-49bb-86bf-262457cb04b8
https://www.diecsc.be/Aktualität
true
Unsere Dienste
c7cddb17-187f-45c2-a0e2-74c299b8792b
https://www.diecsc.be/unsere-dienste
true
Mitgliedschaft
abbb02d8-43dd-44b5-ae75-3cd90f78f043
https://www.diecsc.be/mitgliedschaft
true
Die CSC
c62ac78b-1aa2-4cb9-a33b-59e6fc085fb4
https://www.diecsc.be/uber-uns
true
Kontakt 
7f7bdd4f-c079-401e-a1bf-da73e54f00c2
https://www.diecsc.be/kontaktieren-Sie-uns/kontakt--home
true
Ich werde Mitglied

Ostbelgien soll nicht zur medizinischen Wüste werden

Ein Expertenbericht zur Krankenhausreform sorgt für Unruhe, auch in Ostbelgien. Die vorgeschlagenen Maßnahmen hätten gravierende Auswirkungen für die Krankenhäuser in St.Vith und Eupen: Schließung von Notaufnahmen, Intensivstationen und weiteren zentralen Versorgungsbereichen. Für die CSC stellen die Pläne eine erhebliche Gefahr für die Gesundheitsversorgung und die Beschäftigten dar. 

Anfang Februar haben die CNE-Personalvertreter in den ostbelgischen Krankenhäusern das Thema mit DG-Gesundheitsministerin Lydia Klinkenberg besprochen. Über dieses Treffen und die geplanten Reformen sprachen wir mit Gewerkschaftssekretärin Vera Hilt.  

Vera, wie ist dein Eindruck nach dem Treffen mit Lydia Klinkenberg? 

Wir wussten, dass die DG-Gesundheitsministerin nicht wirklich für diese Reform verantwortlich ist. Sie hat uns mitgeteilt, dass sie genau wie wir Empfänger dieses Expertenberichtes ist. Sie teilt einen Teil unserer Befürchtungen und versucht, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um Dinge zu ändern und Alternativvorschläge zu unterbreiten.  

Welche Auswirkungen hätte der Expertenbericht für die Krankenhäuser? 

Es geht nicht spezifisch um die Krankenhäuser in der DG. Dem Expertenbericht zufolge soll es zukünftig nur noch vier Arten Krankenhäuser geben. Die Uni-Kliniken mit ihren Forschungseinrichtungen, die Allgemeinkrankenhäuser mit OP-Sälen und Notaufnahmen, die Rehazentren und die lokalen medizinischen Zentren, davon wären St. Vith, Eupen, Malmedy und Heusy betroffen. Das wären quasi Tageskliniken, ohne Notaufnahme, Intensivstation und Wochenstation. Dort würde keine Akutmedizin mehr stattfinden. Es ist ein Expertenbericht mit Empfehlungen. Sollte er in dieser Form umgesetzt werden, würde aus Ostbelgien eine medizinische Wüste werden. 

Wann ist der Bericht erschienen? 

Der Bericht wurde im Dezember veröffentlicht und die Gewerkschaften wurden zu keinem Zeitpunkt dazu befragt. Bisher hat Gesundheitsminister Vandenbroucke noch keine Anstalten gemacht, das Thema mit den Gewerkschaften zu besprechen. Gewisse Gremien sollen sich bis April treffen und anschließend Stellungnahmen abgeben. Auch aus Ostbelgien wird es eine Stellungnahme geben. Erste Entscheidungen sollen im Juni getroffen werden. 

Auf einmal soll es ganz schnell gehen? 

Sollte die Reform so umgesetzt werden, befürchten wir, dass sie Konsequenzen für das Personal nicht nur in Ostbelgien, sondern überall hat. Und ganz gewiss auch für die Patienten, die sehr viel weiter fahren müssten. In unserer Region soll es nur noch eine Notaufnahme geben. Der Bericht wirft mehr Fragen als Antworten auf. Und es stellt sich natürlich auch die Frage der Finanzierung. 

Sind die Netzwerke vom Tisch? 

Aus dem Bericht kann man herauslesen, dass die von Maggie De Block initiierten Netzwerke eigentlich gescheitert sind. Das Gesundheitsnetzwerk Move ist eines der Netzwerke, das gut funktioniert, wenn auch nicht ganz wie ursprünglich geplant. Andere Netzwerke in Wallonien bestehen quasi nur auf dem Papier. Die Experten wollen diesen Netzwerkgedanken weiter entwickeln.  

Das Krankenhaus Eupen hat angekündigt, ab 2027 Teil der CHC-Gruppe zu werden.  

Das ist eine Entscheidung, die von den Verwaltungsräten Ende Dezember getroffen wurde. Das kann man natürlich in Zusammenhang mit dieser geplanten Krankenhausreform sehen. Hat man da antizipiert, will man antizipieren, um in dieser Gruppe stärker zu sein? 

Und St. Vith? 

In St. Vith steht dieses Thema im Moment nicht auf der Agenda. 

Eine medizinische Grundversorgung in der Muttersprache: Welche Rolle kann dieser Aspekt bei den Verhandlungen spielen? 

Das ist ein Argument, das wir nutzen müssen, auch wenn es juristisch kein verbrieftes Recht ist. Die Gesundheitsversorgung in der Muttersprache sollte ein moralisches Recht sein, dass man uns einräumen muss. Das wurde auch in dem Bericht festgehalten. Man spricht auch von Garantien. Ein zentrales Element ist in meinen Augen auch die wohnortnahe Versorgung im ländlichen Raum. Es kann nicht sein, dass man aus Ouren oder Allmuthen eine Stunde bis zur Notaufnahme fahren muss. Da sehe ich die Versorgung gefährdet. 

Wie geht es weiter? 

Wir machen jetzt Lobbyarbeit, um unsere Meinung einzubringen und unsere Befürchtungen mitzuteilen. Wir sind zu weiteren Gesprächen auf verschiedenen Ebenen bereit. Eine Reform wird es aus finanziellen Gründen geben. Ich denke auch, dass man in manchen Bereichen effizienter sein könnte. Ich stimme dem Bericht in dem Punkt zu, wonach nicht jedes Krankenhaus alles anbieten muss. Dabei darf man aber die wohnortnahe Versorgung nicht aus den Augen verlieren. Wir befürchten, dass eine Krankenhausreform Einfluss auf die Arbeitsplätze und die Arbeitsbedingungen haben wird. Für uns als Gewerkschaft ist es wichtig, dass jede Reform durch einen Sozialplan begleitet wird. Wenn es zum Beispiel um Jobwechsel oder Arbeitsortwechsel geht, muss begleitet und nicht über die Köpfe der Mitarbeiter hinweg entschieden werden.