Energiepreise: Der Index ist der beste Schutz
Da der erneute Anstieg der Energiepreise die Budgets von Arbeitnehmern, Sozialleistungsbeziehern und Haushalten stark belasten könnte, fordert die CSC die Regierung auf, die Kaufkraft zu schützen und Energie zu erschwinglichen Preisen sicherzustellen. Die wirksamsten Instrumente dafür bleiben die automatische Lohnindexierung und ein erweiterter Sozialtarif, insbesondere für Menschen, die von Energiearmut betroffen sind. Für Arbeitnehmer, für die der öffentliche Verkehr keine echte Alternative darstellt, muss zudem die Arbeitgeberbeteiligung an den Fahrtkosten erhöht werden.
Test-Achats weist darauf hin, dass die festen Energietarife im Oktober weiter steigen und ihren höchsten Stand des Jahres 2026 erreichen. Auch die Erdgaspreise ziehen deutlich an. Die CSC betont, dass die automatische Lohnindexierung der beste Schutz gegen die steigenden Lebenshaltungskosten bleibt. Eine Studie der KU Leuven nach der Energiekrise von 2021–2022 hat dies bestätigt. Jede weitere Abschwächung des Indexierungsmechanismus würde zu einer unmittelbaren Verarmung der Arbeitnehmer und ihrer Familien führen und eine wachsende Zahl von Haushalten daran hindern, ihre Energierechnungen zu bezahlen oder sie zwingen, einen harten Winter zu durchstehen. Sollten die Preise weiter steigen, müsste der Sozialtarif für Energie erneut ausgeweitet werden, wie es bereits bei früheren Energiekrisen der Fall war. Dieser Tarif bietet besonders gezielte und wirksame Unterstützung für die am stärksten betroffenen und verletzlichsten Haushalte.
Darüber hinaus ist es völlig gerechtfertigt, dass Energieunternehmen, die aufgrund der aktuellen Marktbedingungen außergewöhnliche Gewinne erzielen, einen fairen Beitrag leisten. Wenn Haushalte und Arbeitnehmer mit immer höheren Rechnungen konfrontiert sind, ist es inakzeptabel, dass diese Übergewinne nicht besteuert werden.
Die aktuellen Preisschocks zeigen erneut, wie stark Europa und Belgien weiterhin von fossilen Brennstoffen abhängig sind. Deshalb darf sich die Aufmerksamkeit nicht nur auf den kurzfristigen Schutz von Haushalten und Beschäftigung richten, sondern muss auch auf einen strukturellen Ausstieg aus dieser Abhängigkeit abzielen. Investitionen in erneuerbare Energien, energieeffiziente Wohnungen, lokale Energieerzeugung und bezahlbare öffentliche Verkehrsmittel sind daher unverzichtbar.
Ein gerechter Übergang setzt voraus, dass die Anstrengungen fair verteilt werden und alle Menschen von den Vorteilen einer nachhaltigen und bezahlbaren Energieversorgung profitieren können.
Auch im Bereich Mobilität sind zusätzliche Anstrengungen notwendig. Die CSC fordert mehr Investitionen in qualitativ hochwertige öffentliche Verkehrsmittel und kollektive Mobilitätslösungen, damit Arbeitnehmer eine echte Alternative zum Auto haben. Die jüngsten Fahrpreiserhöhungen, die von den flämischen und wallonischen Regierungen bei De Lijn und dem TEC durchgesetzt wurden, gehen genau in die falsche Richtung. Sie erhöhen den Druck auf die Haushaltsbudgets und gefährden das Ziel, mehr Menschen zu einer nachhaltigen Mobilität zu bewegen. Für Arbeitnehmer ohne realistische Alternative zum öffentlichen Verkehr, weil sie häufig beruflich mit dem eigenen Auto unterwegs sind oder unregelmäßige Arbeitszeiten beziehungsweise schwer erreichbare Arbeitsorte haben, muss die Beteiligung des Arbeitgebers an den Fahrtkosten erhöht werden.
