Die Geschichte der Christlichen Arbeiterbewegung
Die 5 Tage/Woche, 4 Wochen bezahlten Urlaub, Mindestlöhne, Arbeitslosengeld,... Entdecken Sie die Geschichte der Gewerkschaftsbewegung.

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1886-1940: ein langer und schwerer Kampf
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts galten Arbeiterinnen und Arbeiter lediglich als Produktionsfaktor in den Händen der Arbeitgeber. Hungerlöhne, Arbeitstage von mehr als 14 Stunden, Kinderarbeit und die elenden Lebensbedingungen der Arbeiterfamilien führten zu den ersten sozialen Kämpfen der arbeitenden Bevölkerung.
Die erste christliche Gewerkschaft entstand 1886. Dies führte 1912 zur Gründung der CSC.
Im Jahr 1914 zählte die CSC bereits 120.000 Mitglieder. Dank des Erfolgs des großen Streiks von 1936, an dem eine halbe Million Menschen teilnahm, traten immer mehr Arbeiterinnen und Arbeiter der Gewerkschaft bei. Die Regierung sah sich gezwungen, mehreren Forderungen der Gewerkschaft nachzugeben. Die schrittweise Einführung der 40‑Stunden-Woche, einer Woche bezahlten Urlaubs sowie einer gesetzlichen Garantie der Vereinigungsfreiheit wurden Wirklichkeit.
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1945-1975: Aufbau des Wohlfahrtsstaates
Nach dem Zweiten Weltkrieg trug die CSC maßgeblich dazu bei, die Grundlagen des belgischen Systems der sozialen und wirtschaftlichen Konzertierung zu schaffen. Durch die steigende Mitgliederzahl und ihre aktive Beteiligung am sozialen Dialog leistete sie einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der Sozialen Sicherheit.
So gehen unter anderem die Verbesserung der Leistungen bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und Arbeitsunfällen sowie die Indexierung der Sozialleistungen auf das Engagement der CSC zurück. Sie verhandelte außerdem die Einführung von Jahresendprämien und Lohnerhöhungen (1951) sowie die schrittweise Einführung der Fünftagewoche (1955).
1960 wurden die branchenübergreifenden Sozialabkommen (Überberufliche Abkommen ÜBA) eingeführt. Die Gewerkschaften garantierten den sozialen Frieden im Land, während sich die Arbeits- und Lohnbedingungen der Beschäftigten verbesserten. Im Jahr 1975 überschritt die CSC die Marke von einer Million Mitgliedern.
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1975-2000: Gewerkschaften in Krisenzeiten
In den 1970er-Jahren wurde Belgien von einer Wirtschaftskrise getroffen, die zu einer dramatisch steigenden Arbeitslosigkeit führte. 1981 richtete die CSC eine eigene Struktur zur Unterstützung von Arbeitsuchenden ein.
Durch Aktionen und Demonstrationen erreichte die Gewerkschaft mehr und bessere Arbeitsplätze, gerechtere Leistungen sowie eine bessere Begleitung für Arbeitsuchende.
Obwohl die Regierung erhebliche Sozialkürzungen und Sparprogramme durchsetzte und die Arbeitgeber mehr Flexibilität forderten, setzte sich die CSC dafür ein, Schutzregelungen für die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auszuhandeln.
Die CSC suchte zudem nach neuen Lösungen durch Vorruhestandsregelungen, Laufbahnunterbrechungen, Zeitkreditmodelle und Aktivierungsmaßnahmen. Obwohl die Finanzierung der Sozialen Sicherheit stark unter Druck geriet, verteidigte die CSC weiterhin die erreichten sozialen Errungenschaften.
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2001-heute: Die CSC heute
Der Beginn des 21. Jahrhunderts ist von einer zunehmenden Globalisierung geprägt. Eine Finanz- und Wirtschaftskrise erschüttert die Welt. Die Europäische Kommission übt eine immer stärkere Kontrolle über die öffentlichen Finanzen ihrer Mitgliedstaaten aus, was auch in Belgien spürbar ist.
Bis heute setzt sich die CSC unermüdlich für den Erhalt unseres Sozialsystems ein. Das belgische Modell hat es ermöglicht, Krisen vergleichsweise gut zu bewältigen. Dennoch müssen wir als Gewerkschaftsbewegung weiterhin für unsere Errungenschaften kämpfen. Gemeinsam mit und vor allem für die 1,7 Millionen Mitglieder der CSC werden wir auch künftig unsere Stimme erheben und unseren Werten und Aufgaben treu bleiben.
Weitere Infos:
Wenn Sie mehr über die Geschichte der CSC wissen möchten, verweisen wir auf folgende Bücher:
- Le mouvement ouvrier chrétien en Belgique. 1891-1991 (E. Gerard, Etudes KADOC, presse universitaire, Leuven, 1991, 2 parties)
- 100 ans de syndicalisme (1886-1986), CSC en collaboration avec KADOC-Leuven, 1986
